Bindung durch Berührung

„Bindung durch Berührung“ ist ein vielseitiges Konzept, wie wir Körperberührungen im Elternalltag, in der Bindungsförderung und Therapie einsetzen können, um die emotionalen Beziehung von Eltern und ihren Säuglingen gezielt zu stärken und unterstützen.

Die Grundlagen dieser zarten Körperarbeit stammen aus der Schmetterlings - Babymassage, die vor rund 50 Jahren von der Ärztin und Geburtshelferin Dr. Eva Reich entwickelt wurde. Zunächst wurde diese Babymassage für die Begleitung von gesunden Kindern entwickelt. Später wurde sie auch in der Behandlung von traumatisierten Säuglingen, Klein- und älteren Kindern eingesetzt.

Der Psychologe und Körperpsychotherapeut Thomas Harms entwickelte aus dieser Grundlage ein neues und umfassendes Modell der Bindungsförderung: Massageablauf und Timing werden individuell an die jeweilige Situation angepasst. Der Behandelnde lernt, seine Selbstwahrnehmung zu stärken, gleichzeitig stellt er seine eigene Entspannungsfähigkeit dem Partner, dem Kind oder auch dem Klienten zur Verfügung. All das lässt Vertrauen und schließlich die Bindungsbereitschaft wachsen.

Die schmetterlingszarten Berührungen bewirken spezifische Körperreaktionen, wie die Ausschüttung des Bindungshormons Oxytozin oder die Herstellung eines verbesserten Gleichgewichtes des vegetativen Nervensystems. Schmetterlings- berührungen wirken entspannend, stärken das Körperbewusstsein und ermöglichen es Eltern und ihren Kindern, sich für den Aufbau einer stabilen Liebesbeziehung zu öffnen.

„Bindung durch Berührung“ bereichert das Familienleben, findet ihren Platz in Geburtsvorbereitungs- oder Babymassagekursen, in der Stillberatung, in der Geburtshilfe oder während der Begleitung nach traumatischen Erfahrungen. Sie ist für Erwachsene und Babys gleichermaßen geeignet.