Schlafprobleme

Um das Thema Baby- und Kleinkinderschlaf ranken viele Meinungen und mannigfache Vorstellungen in unserer Kultur. Eine der ersten Fragen an Eltern, die gerade erst eine kleine Familie geworden sind, ist: „Schläft dein Kind schon durch?“ Fast immer müssen die Eltern dies verneinen und fühlen sich dadurch in ihrer elterlichen Kompetenz geschwächt.

Es ist normal und physiologisch, dass Babys mehrmals in der Nacht aufwachen. Dies ist eine Sicherheitsvorkehrung der biologischen Realität des Menschen zum guten Gedeihen des Kindes.

Es ist wichtig, dass junge Familien eine individuelle Lösung finden können und dürfen, um eine entspannte Zeit und Verbundenheit mit ihrem Baby und Kleinkind erleben zu können, fern von allen Dogmen, die zur Zeit in Deutschland vorherrschen.

Gleichzeitig ist der Schlaf ein chronobiologisch fein abgestimmter Ablauf, der ausschließlich vom vegetativen Nervensystem gesteuert wird und somit positiv durch die Emotionelle Erste Hilfe unterstützt werden kann.

Viele Eltern haben es schwer, ihr Kind zum Schlafen zu bringen oder es in der Nacht wieder in den Schlaf zu begleiten. Eltern geraten in eine Spirale der Selbstzweifel und Hilflosigkeit; es besteht die Sorge, den Anforderungen des Kindes nicht zu genügen. Diesen Sog zu stoppen und die Erwartungen an das Schlafverhalten des Kindes auf ein realistisches und altersgerechtes Fundament zu stellen ist der erste Schritt. Der zweite Schritt ist das Eltern-Kind-System so zu stabilisieren, dass die Eltern haltefähiger werden und die Gefühlsäußerungen des Kindes erstmalig halten und begleiten lernen. Dieses Geschehen wirkt sich auf die Schlafqualität des Kindes positiv aus. Häufig unterbrochener Schlaft taucht dann vielleicht wieder bei Entwicklungsschüben wie dem „Zahnen“ oder dem „Trotzen“ des Kindes auf. Auch hier gilt es die Eltern zu stärken und zu unterstützen ein haltgebender Fels in der Brandung für ihr Kind zu sein und dem Kind gleichzeitig eine klare von den Eltern erarbeitete Richtung vorzugeben.