Schreibaby
Die Emotionelle Erste Hilfe ist ein integratives Modell: Wir beziehen sowohl die Eltern als auch die Säuglinge mit ein. Schwierige Geburtserfahrungen, stationäre Behandlungen auf der Neonatologie oder stressreiche Erfahrungen vor, während oder nach der Geburt können zu Krisen des Säuglings führen. Oft sind die Säuglinge dann schwer zu beruhigen, schreien oft stundenlang oder haben Mühe mit dem Einschlafen. Andere Säuglinge sind apathisch, gehen schlecht an die Brust oder trinken unaufhaltsam, um sich zu beruhigen.
Die Situation mit einem Neugeborenen sowie der Sprung zum Eltern - Sein, sind große Herausforderungen. Die Verunsicherungen bei Baby und Eltern können sich gegenseitig steigern und die Entwicklung kann zu einem dramatischen Verlauf führen. Schreit das Baby stundenlang, ohne dass es von den Eltern beruhigt werden kann,geraten viele Eltern schnell in einen Zustand großer Verunsicherung, Ohnmacht und Körperverspannung. Auf der Basis dieser körperlichen und emotionalen Stressreaktion fällt es ihnen schwerer, die Signale ihres Babys richtig zu verstehen und intuitiv zu beantworten.
In der EEH gehen wir von der untrennbaren Verwobenheit von auftretenden Körperverspannungen und Verlust der Bindungsbereitschaft aus. Deshalb arbeiten wir mit effektiven körperorientierten Methoden. Dadurch werden die Eltern unterstützt das emotionale Geschehen besser zu verstehen und die Entspannungs- und Bindungsbereitschaft wird angeregt. Statt der Suche nach Lösungen beim Kind, finden die Eltern in ihren Körper erneut Halt und Sicherheit, den sie dann an ihr Kind weitergeben können. Sie gewinnen somit wieder mehr Sicherheit in der Beantwortung der kindlichen Bedürfnisse und lernen ihr Baby liebevoll durch einen Prozess zu begleiten. In der Begleitung mit dem Baby arbeiten wir mit schmetterlingsleichten Berührungen und Streichungen, um die emotionale Öffnungs- und Bindungsbereitschaft des Säuglings zu fördern. Auch können Berührungspunkte auf der Knochenebene traumatische Erfahrungen aus dem Körper des Babys lösen, damit es zu seiner natürlichen Selbstregulation zurückfindet. Dies ist daran erkennbar, dass die Körpersprache des Kindes klarer und eindeutiger wird, der Blickkontakt wird wieder möglich, die Einschlafsituation beruhigt sich und die Schreiphasen werden kürzer.
